Krieg um jeden Preis


Leserbrief

Die Gedanken von Fritz Henke sind lesenswert, sind es doch Grundwerte, wie Menschen miteinander umgehen sollten.

 

Unser Alltag ist von Machtstrukturen erfuellt, desshalb mussten Gesetze erlassen werden. Irgendwo las ich mal vor langer Zeit: Meine Freiheit geht soweit bis ich die Freiheit eines Anderen beeinträchtige.

 

Dieses Feingefuehl, wo beginnt die Freiheit meines Nächsten, ist uns Neuzeitlern nie bewusst gewesen. Es ist und bleibt die in uns verankerte Anlage, Vorteile zu schaffen für sich selbst, seine Familie, Firma oder Volk.

 

Die zahllosen Versuche diese genetische Tatsache in einem Gesetzwerk zu neutralisieren sind allesamt gescheitert. Es ist desshalb sehr schwierig einen Krieg überhaupt verständlich zu machen.

 

Als Teil der Natur betrachte ich das ganz einfach so, wenn im August die Wolken hochsteigen, die Tageshitze bedrückend wird, am Abend die Entladung kommt, mit Blitz und Donnerwetter, Hagelschlag und Wassermassen, mag es sein, dass am nächsten Tag mit dem grossen Aufräumen begonnen wird.

 

Die Kriege bisher liefen seit Jahrhunderttausenden nach diesem Schema ab, es hat sich etwas verändert.

 

Grüße aus Finland

Krieg um jeden Preis


Die Ziele der US. Regierung werden immer deutlicher. Es ist schon ein schauderhaft schönes Unterfangen was uns geboten wird. Immer lächerlicher scheinen die monotonen Äußerungen der US. Regierung auf Einhaltungen der Resolution 1441 und einlenken seitens des Iraks. "Saddam täuscht uns" heißt der wiederkehrende Chor der Weltverbesserer. Eine Verbissenheit sondergleichen zeigt sich für mich.

 

Da werden Länder unter Druck gesetzt die die Ziele der US. Regierung nicht mittragen wollen. Da wird im großen Stiel Weltmonopoly gespielt mit lebenden Figuren, Ländern wie auch Kontinenten.

 

Auch ist es den US Verantwortlichen möglich gegen zwei Fronten gleichzeitig Krieg zu führen wie sie freudig mitteilen. Kein anderes Land auf der Welt sieht aber einen Krieg gegen den Irak oder gegen Nordkorea für gerechtfertigt. Den US Verantwortlichen scheint das egal zu sein. Eine Ignoranz sondergleichen zeigt sich und doch gibt es noch immer diejenigen die den Führer suchen und hinterherlaufen, die sich in Abhängigkeiten und Verpflichtungen gegenüber den USA sehen obwohl sie es niemals waren. Ich freue mich, dass das kleine Deutschland nicht mehr dazu gehören möchte.

 

Immer wieder werden Beweise seitens Amerikanischer und Britischer Geheimdienste herbeigeschafft die an Unglaubwürdigkeit nicht mehr zu überbieten sind. Die Inspektoren vor Ort haben von diesen Aufzeichnungen im Irak bisher nichts finden können. Da eiferte ein Tony aus Großbritannien einem Georg aus den USA hinterher und doch war es eine Doktorarbeit eines Studenten über den Irak die schon die Verjährungsgrenze überlebte. Heute ist aber nicht vor 12 Jahren. Ich glaube an die Veränderung eines Menschen sonst hätten einige Parlamentarier in Deutschland ernsthafte Probleme.

 

Dennoch gibt es, aus Sicht der US Regierung, keinen Beweismangel, um das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak. Bei uns in Deutschland reichen die Schulbücher aus, um sich ein Bild von den Massenvernichtungswaffen der USA zu machen und sie setzen sie ebenso brutal und menschenverachtend, wie auch menschenvernichtend ein, heute wie damals. Gilt hier etwa das Recht des Stärkeren wie zu Zeiten der Cowboys?

 

In den Haag hat der Internationale Gerichtshof seine Arbeit ohne die Kooperation der USA aufgenommen. Seitens der US Regierenden wurde angekündigt, dass US Bürger die vor diesem Gremium angeklagt werden, gewaltsam befreit werden könnten um sie vor einem US Strafgericht anzuklagen. Mich besorgt auch diese Haltung die wie ich finde die Nichtachtung Demokratischer Systeme beinhaltet.

 

Gerne präsentieren sich die USA als ein freiheitsliebendes Land. Doch sind sie es nicht die bestimmen welche Art der Freiheit gelebt werden darf? So werden Diktatoren unter Druck gesetzt, oftmals auch mit militärischer Gewalt, wie im Moment im Irak zu sehen ist. Dabei wird auch ohne Erlaubnis in Türkisches Territorium einmarschiert. Als sehr gefährlich schätze ich auch dieses verachtende Vorgehen ein.

 

Ich habe gelernt, dass das was ich sähe meine Ernte wird. Ich möchte so eine Ernte nicht einfahren. Wenn ich überall eine Bedrohung sehe, so sollte ich mich fragen wen ich bedrohe. All das was ich bekämpfe, bekämpft letztendlich mich. So ist Terrorismus entstanden. Ich wünsche mir, dass es den Kriegstreibern deutlich werden kann.

 

Wann hat Saddam zuletzt Massenvernichtungswaffen benutzt? Die US Regierung gab den Befehl vor wenigen Monaten in Afghanistan und sie schrecken nicht davor zurück diesen Befehl täglich wieder auszusprechen. Mahnend möchte ich noch erwähnen, dass weltweit kein einiges Land bisher Atomwaffen gegen Länder, Völker und Staaten eingesetzt hat, bis auf die USA die sie gleich mehrmals zündeten. Ich wünsche mir, das auch die Führungen der mit nein gestimmten und stimmenden Länder den US Regierenden ernsthafte Konsequenzen androhen, wenn sie sich über die Belange der Weltbevölkerung hinwegsetzen.

 

Da wird so gerne in den Vereinigten Staaten von Kriegsverbrechen gesprochen. Es ist ähnlich wie in den Kirchengemeinschaften die Sektenbeauftragte beschäftigen, um ihre Ziele zu verfolgen um sich in einem anderen Licht zu zeigen. Auch gibt es das Märchen vom Wolf im Schafspelz. Doch Märchen müssen nicht wahr werden.

 

Dieser Wolf im Schafspelz droht nun auch dem Irak welchen er entwaffnen lässt, welchen er über Monate ungehindert ausspionieren konnte, gegen den Willen des UNO Rates, gegen den mehrheitlichen Willen der Weltbevölkerung und gegen den Willen vieler Amerikaner anzugreifen. Ich wünsche mir, dass dies nicht ohne Konsequenzen für die US Regierenden bleibt. Doch wer mit Fingern auf andere zeigt.... wurde mir schon als Kind übermittelt. Nicht die Anderen sind das Problem wie ich sehe. Doch Probleme sind dazu da gelöst zu werden. Kriege haben in der Vergangenheit niemals zur Problemlösung beigetragen. Kriege haben Probleme geschaffen.

 

Regime können nur aus sich heraus gelöst werden. Die Menschen im Land müssen bereit sein dafür einzutreten. Von außen kann dieser Vorgang unterstützt werden. Aber es ist unerheblich wie lange dieser Prozess dauert. Ja, die US Regierungen haben dies auch erkannt und so suchen sie Verbündete im zu bekämpfenden Land, die sie mit Waffen versorgen und die sie für ihre Zwecke einsetzen.

 

Doch so habe ich das allerdings nicht gemeint. Ich meine den Freiheitsgedanken im Volk aufkeimen zu lassen und ihn zu nähren bis er die Mauern der Herrschaft, der Angst überragt und einstürzen lässt. Unsere Kinder zeigen uns das immer wieder. Wir können ihnen nicht wirklich es was abnehmen. Sie verändern aus der Erkenntnis.

 

Krieg wird und wurde geführt aus Habgier und Angst. Habgier hat immer etwas mit Verlust zu tun. So gibt es in vielen Familien Krieg um das Erbe von Familienangehörigen. Motiv: Habgier, Verlust, Neid. Geht es den USA so schlecht? Im Moment fließt sehr viel Geld um kleine Staaten zum umdenken zu bewegen und Vetopartner zu besänftigen von ihrem Vetorecht Gebrauch zu machen.

 

Nicht die Amerikaner wollen Krieg, nicht die Engländer wollen Krieg. Es sind einige wenige in der Führungsetage die unter Umständen bald nicht mehr in der Regierungsverantwortung stehen.

 

So bleibt es jedem Bürger offen seiner Regierung mitzuteilen was er sich wünscht. Denn auch der Mauerfall in Deutschland ist unblutig beendet worden und auch geplante Kriege müssen nicht geführt werden. Mag es sein, das den USA die finanziellen Mittel ausgehen? Warum wird hier so auf Zeit gespielt. Läuft sie etwa ab? Ich glaube für die Ära Bush und Blair auf jeden Fall. Und auch für Diktatoren wird eine neue Zeit anbrechen.

 

So freue ich mich über die vielen Veränderungen die bisher möglich waren und glaube nach wie vor an ein Erkennen in jedem Menschen. Die Kraft des Krieges und des Terrors kann auch anders, nämlich im Sinne aller Menschen genutzt werden und uns ein freudvolles Dasein schenken.

 

In diesem Sinne Grüßt Fritz Henke 12. März 2003